Caritasverband für die Diözese Eichstätt  

Caritas startet neue Onlineberatung

Hilfe für behinderte und psychisch kranke Menschen im Internet

Hier geht es direkt zur Onlineberatung


Für Menschen mit Behinderung und psychisch kranke Menschen gibt es beim Caritasverband für die Diözese Eichstätt jetzt eine Onlineberatung. Diese haben die Offene Behindertenarbeit (OBA) des Caritas-Zentrums St. Vinzenz und die Beratungsstelle für psychische Gesundheit der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt gemeinsam für den Bereich der Region 10 gestartet. Cornelia Eichlinger von St. Vinzenz sowie Andrea Ploß und Stefan Preindl von der Kreisstelle nutzen dafür ein vom Deutschen Caritasverband im Internet eingerichtetes Beratungsportal unter www.beratung-caritas.de . Betroffene und deren Angehörige können dort unter „Leben mit Behinderung oder psychischer Erkrankung“ eine E-Mailberatung erhalten. Man gibt die Postleitzahl seines Wohnor-tes ein und registriert sich mit einem Benutzernamen und Passwort. Die Caritas-Fachkräfte beantworten Anfragen innerhalb von 48 Stunden. Wer keine Mailberatung will, aber eine Stelle für eine reale Beratung in seiner Umgebung sucht, findet Anlaufstellen über eine Adress-Suche.

Angesprochen auf die Möglichkeit dieses Angebotes wurden die Mitarbeiter der beiden Einrichtungen vom Fachverband „Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie“. OBA-Leiterin Cornelia Eichlinger und Andrea Ploß, die für den Fachbereich psychische Gesundheit der Caritas in Ingolstadt verantwortlich ist, sehen darin eine gute Möglichkeit, ihre persönlichen Beratungsangebote sinnvoll zu ergänzen. „Mir ist schon länger aufgefallen, dass einige Klienten mehrere Anläufe brauchen, um es in die Beratung zu schaffen. Bei manchen fanden bereits Schriftwechsel per E-Mail statt, die aber datenschutztechnisch nicht sicher sind. Das ändert sich jetzt mit einem sicheren System aufgrund einer besonderen Verschlüsselung“, erläutert Andrea Ploß den Vorteil des neuen Angebotes für Klienten, die sie bereits kennt. Sie erwartet sich aber zudem auch nun Kontaktaufnahmen von Menschen, die den Weg zu einer realen Beratung ganz oder zunächst scheuen. „Gerade bei psychisch Erkrankten ist die Hemmschwelle dafür sehr hoch. Viele befürchten gleich, für verrückt erklärt oder in eine Einrichtung eingeliefert zu werden. Wenn sie sich erst einmal auch anonym an uns wenden können, sehen sie darin aber vielleicht eine Chance“, hofft Andrea Ploß.

Frau Eichlinger und Frau Ploß sitzen vor einem PC-Bildschirm und schauen in die Kamera

Die Caritasmitarbeiterinnen Cornelia Eichlinger (links) und
Andrea Ploß sehen in ihrem Angebot "Onlineberatung" neue
Hilfechancen für Menschen mit Behinderung
sowie mit psychischer Erkrankung.
Foto: Caritas/Esser

Cornelia Eichlinger geht davon aus, dass auch mehrere von Behinderung betroffene Menschen und Familien sich zunächst online leichter tun: „Vielen fällt es zum Beispiel schwer, Fragen der Sexualität bei Behinderung direkt zu besprechen. Auch Eltern, die ein Kind mit Behinderung erwarten, können auf diesem neuen Weg unbedenklich Informationen erhalten. Und für manch einen im Rollstuhl ist natürlich auch seine mangelnde Mobilität eine Hemmschwelle, direkt zu uns zu kommen“, nennt sie Beispiele.

Einen Vorteil der Onlineberatung gegenüber der realen Beratung sieht Cornelia Eichlinger auch darin, dass die Betroffenen ihr Problem schriftlich äußern: „Dadurch tun sie dies reflektierter, als wenn sie darüber erzählen.“ Für die Beraterinnen und Berater ist die Arbeit natürlich schwieriger, wenn sie lediglich Texte vorfinden und keine Klienten mit ihren Gesichtern, Körperhaltungen, Gesten, Mimiken und Stimmlagen vor sich zu haben. „Wichtig ist, dass man sich rein am Text orientiert und sich mit behutsamen Nachfragen ohne eventuellen falschen Spekulationen an die Not der Leute herantastet“, hat Cornelia Eichlinger in einer zweitägigen Schulung für Onlinebera-tung gelernt.

Dabei steht für die Caritas-Fachkräfte außer Frage, dass Onlineberatung ihre Grenzen hat und oft möglichst der Einstieg zu einer realen Beratung sein sollte. „Partnerschaftsprobleme von Menschen mit Behinderung oder auch Hilfen bei Behinderungen nach einem Unfall, für die zahlreiche Anträge nötig sind, kann man natürlich wesentlich besser von Angesicht zu Angesicht bespre-chen“, so Cornelia Eichlinger. Und Andrea Ploß kann sich nur schwer vorstellen, psychisch kranke Menschen bei Angststörungen längerfristig zu beraten, ohne sie tatsächlich vor sich zu sehen. Doch damit sie überhaupt einen Zugang zu von solchen Problemen Betroffenen finden, hoffen die Caritas-Mitarbeiterinnen, dass www.beratung-caritas.de neue Chancen eröffnet.

Text: Presseinformation Peter Esser/ CV Eichstätt